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Brexit - Was müssen Unternehmen beim Warenhandel beachten?

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Vor fast zwei Jahren, im Juni 2016, hat das britische Volk für den Austritt aus der Europäischen Union gestimmt. Das Vereinigte Königreich wird nach dem Brexit demnach zu einem Drittstaat. Diese Entscheidung führt in vielen Bereichen zu drastischen Konsequenzen, insbesondere für die Wirtschaft. Für Deutschland ist das Vereinigte Königreich der fünftgrößte Exportmarkt, weshalb Deutschland überdurchschnittlich stark betroffen ist. Sollte es zu keiner Einigung zwischen London und Brüssel kommen, würde der Handel zwischen Großbritannien und der EU lediglich nach WTO-Regeln erfolgen.
Der Warenhandel ist einer der am stärksten betroffenen Bereiche, da der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union nach derzeitigem Stand mit der Einführung von Zöllen verbunden sein wird. Die Unternehmen werden dann nicht „nur“ Zölle zahlen müssen, sondern werden sich dann auch mit Zollförmlichkeiten sowie Verbote und Beschränkungen im Warenhandel beschäftigen müssen. Zu den Zollförmlichkeiten gehören unter anderem das Schaffen von personellen, administrativen und technischen Ressourcen für das Erstellen und Verwalten von Zollanmeldungen. Hierzu zählen die Beantragung der EORI-Nummer und das Einrichten von ATLAS-Nutzerkonten für die Abgabe elektronischer Zollanmeldungen.
Außerdem ist es für Unternehmen empfehlenswert, sich mit der praktischen Erstellung
von Zollanmeldungen vertraut zu machen. Dies beinhaltet die Angabe der Warentarifnummer gemäß EU-Zolltarif und die Angabe der betreffenden Kodierungen für Zollverfahren gemäß dem Merkblatt für Zollanmeldungen. Die Unternehmer sollten sich zudem darüber informieren, welche sonstigen Dokumente für die Zollabwicklung erforderlich sind, wie z. B. IHK-Ursprungszeugnisse, Rechnungen oder Zollwertanmeldungen.
Es wird den Unternehmen zudem empfohlen, sich mit den geltenden Kontrollvorschriften der EU und Deutschlands zu Verboten und Beschränkungen im grenzüberschreitenden Warenverkehr mit Drittstaaten vertraut zu machen. Darüber hinaus sind die Genehmigungen wichtig: Den Firmen sollten die für die Anzeige bzw. Genehmigung von Aus- und Einfuhren zuständigen Stellen ebenso bekannt sein, wie der Prozess der Antragstellung und die Anforderungen an unternehmenseigene Compliance-Strukturen (Benennung eines Ausfuhrverantwortlichen, Erstellung einer Arbeits- und Organisationsanweisung zur Exportkontrolle).
Diesen und weitere wichtige Hinweise für Unternehmen im Zusammenhang mit dem
Brexit finden Sie in der aktualisierten Brexit-Checkliste. Die Checkliste finden Sie rechts neben diesem Text.